Seit Juli 2026 wird die elektronische Patientenakte (ePA) um den digital gestützten Medikationsprozess (dgMP) ergänzt. Herzstück ist der elektronische Medikationsplan (eMP): Er zeigt, welche Medikamente eine versicherte Person aktuell einnimmt – mit Dosierung, Einnahmehinweisen und Informationen zum jeweiligen Arzneimittel. Gleichzeitig erleichtern neue Funktionen rund um das E-Rezept sowie Push-Benachrichtigungen die Nutzung der „AOK Mein Leben“-App.
Bisher existierte der Medikationsplan vor allem auf Papier. Wer dauerhaft drei oder mehr Medikamente einnimmt, hat gesetzlichen Anspruch auf einen solchen Plan.Das betrifft laut einer aktuellen Forsa-Befragung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes rund 36 Prozent der gesetzlich Versicherten. Von diesen haben bisher jedoch 38 Prozent noch nie einen Medikationsplan erhalten, obwohl sie Anspruch darauf hätten.
© AOK | Der eMP bündelt alle wichtigen Informationen zur verschriebenen Medikation.
Mit dem elektronischen Medikationsplan wird die Medikation künftig digital in der ePA dokumentiert. Ärzt*innen und Apotheken pflegen den Plan gemeinsam.. Jede neue Verordnung per E-Rezept aktualisiert ihn automatisch. Zusätzlich können Praxen und Apotheken auch Medikamente nachtragen, die nicht per E-Rezept kamen – etwa nicht verschreibungspflichtige Präparate (OTC) oder Medikamente, die noch auf Papierrezept verordnet wurden.
Das Ergebnis: Alle behandelnden Ärztinnen und Ärzte sehen auf einen Blick, welche Medikamente eine Person tatsächlich einnimmt. Das verbessert die Sicherheit und macht Wechselwirkungen leichter erkennbar.
Auch beim elektronischem Medikationsplan (eMP) behalten Versicherte die Kontrolle über ihre Daten. Sie können verschiedene Zugriffs- und Widerspruchsmöglichkeiten direkt in der „AOK Mein Leben“-App festlegen:
Laut der Forsa-Befragung plant allerdings nur ein Prozent der ePA-Nutzer*innen dem dgMP zu widersprechen.
Die Forsa-Befragung des AOK-Bundesverbandes zeigt: 59 Prozent der Befragten finden den elektronischen Medikationsplan sehr gut, weitere 31 Prozent gut. Besonders positiv bewertet wird der bessere Überblick für behandelnde Ärztinnen und Ärzte (90 Prozent Zustimmung) sowie die Unterstützung bei der Vermeidung von Wechselwirkungen (88 Prozent). 85 Prozent stimmen außerdem zu, dass der eMP die Sicherheit erhöhen kann, wenn pflegende Angehörige bei der Medikamenteneinnahme helfen.
„Der elektronische Medikationsplan ist eine wichtige Ergänzung und wird den Nutzwert der elektronischen Patientenakte für die Versicherten ganz entscheidend erhöhen", so Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.
Der Start erfolgt zunächst mit einer Pilotierungsphase. Bis alle Softwaresysteme der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte den eMP vollständig unterstützen, wird es noch bis zum Herbst 2026 dauern. In vielen Praxen braucht es also noch etwas Geduld, bis der neue Service tatsächlich genutzt werden kann.
© AOK
Parallel zum Start des Medikationsplans bekommt das E-Rezept in der „AOK Mein Leben"-App ein umfangreiches Update. Die Neuerungen machen das Einlösen von Rezepten einfacher und die Suche nach der richtigen Apotheke schneller.
Die Apothekensuche kennt jetzt den Standort der Nutzerin oder des Nutzers – sofern die Standortfreigabe erteilt wurde. Apotheken werden dann nach Entfernung sortiert angezeigt. Neu sind außerdem Schnellfilter wie zum Beispiel „jetzt geöffnet“, „als nächstes geöffnet“ oder „Heute Notdienst“.
Auf der Apothekendetailseite stehen jetzt vier Einlöseoptionen zur Verfügung:
Lieferadressen lassen sich ebenfalls dauerhaft hinterlegen und als Standardadresse festlegen. Beim nächsten Versand- oder Botendienst-Auftrag wird die Adresse automatisch vorausgefüllt.
Mit der neuen App-Version können Versicherte nun Push-Benachrichtigungen für ihre elektronische Patientenakte aktivieren. Dann werden sie beispielsweise informiert, wenn neue Dokumente in ihrer ePA eingestellt wurden oder eine Praxis oder Einrichtung auf die Patientenakte zugegriffen hat.
Die Benachrichtigungen sorgen so für mehr Transparenz über Aktivitäten in der ePA und unterstützen die User*innen dabei, jederzeit den Überblick über ihre Gesundheitsdaten zu behalten.
Wichtig: Die Nutzung der Push-Benachrichtigungen ist freiwillig und kann jederzeit in der App aktiviert oder deaktiviert werden.
Mit jedem Release entwickelt sich die „AOK Mein Leben"-App weiter zum zentralen Begleiter für digitale Gesundheitsversorgung. Bestehende und neue Funktionen unterstützen Versicherte dabei, ihre Gesundheitsdaten einfacher zu verwalten, mehr Transparenz über ihre Behandlung zu erhalten und digitale Angebote komfortabel zu nutzen.
Die Weiterentwicklung geht bereits im Oktober 2026 weiter: Dann kommt die Volltextsuche und die Grundsteine für die freiwillige Bereitstellung anonymisierter Daten für Forschungszwecke werden gelegt.